Wasserspender

Jahrhunderte hindurch kannte man in Wahlschied für die dörfliche Wasserversorgung in jedem Haushalt nur den eigens hierfür im Keller oder unmittelbar vor oder seitwärts dem Hause gegrabenen sogenannten Pütz wie sie allgemein im Köllertal üblich waren. Der Wahlschieder Bann ist sehr wasserreich und es gab deshalb auch zahlreiche Quellen und Schöpflöcher, an denen auch das Vieh getränkt wurde. Letzteres wurde aber zumeist am Bächlein getätigt, das damals noch quer über die Hauptstraße floss. Die eigentliche Dorfbrunnenromantik, so wie sie mit dem Bau der modernen Wasserleitungen für immer verschwand, war für Wahlschied nicht von langer Dauer, denn erst um 1890 herum wurden die drei Dorfbrunnen angelegt und schon um 1900 wurde die Wasserleitung gebaut, die von der Grube Göttelborn her mit Wasser gespeist wurde.
Vor 120 Jahren (etwa 1854) wurde im Flur "Kalkstollen" oder "Jungflur" Kalk im Stollenbau gewonnen und draußen gleich an Ort und Stelle gebrannt. In diesem Kalkstollen stieß man später auf eine sehr ergiebige Quelle. Man baute ein steinernes Brunnenhaus, etwa 10 Meter lang, vier Meter breit und ebenso hoch. Von dieser Sammelstube aus wurde eine acht Zentimeter-Gussröhrenleitung mit gutem Gefälle zum Dorf hinunter gelegt. An sie baute und schloss man nun drei Dorfbrunnen an. Der erste stand in der Vorstadtstraße vor dem Bauernhaus Huppert, der zweite in der Dorfmitte vor der Wirtschaft Klein und der dritte in der Römerstraße vor der Wirtschaft Huppert.
Jeder Brunnen hatte einen eisernen Stock mit einem Drücker. Der Druck war ziemlich stark. In einem großen Trog wurde das überlaufende Wasser gesammelt zum Waschen und Viehfüttern. Hier spielte sich etwa 1 1/2 Jahrzehnt lang, das damals übliche dörfliche Leben am Brunnen ab und um 1905 verschwanden die Brunnen wieder für immer.
Heute ist ein Haushalt ohne Wasserhahn undenkbar und doch sind noch mehrere der alten Wasserspender (Pütze) im Dorfe in oder vor verschiedenen Häusern erhalten. Vor 20 Jahren waren es noch dutzende. Immer mehr wurden sie in den letzten Jahren zugeschüttet und geraten nun allmählich in Vergessenheit.

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