1331 - 1944

1331
Wahlschied wird erstmals urkundlich erwähnt, und gilt somit als die älteste Gemeinde im Köllertal. Denken wir aber daran, dass der Wahlschieder Raum bereits eine keltische Ursiedlung war, dann können wir auf eine Geschichte von über 2000 Jahren zurückblicken. Der Ortsname hat seit 1735 keine Änderung mehr erfahren. Von 1331 bis 1735 hatte man die verschiedensten Bezeichnungen, wie "Waldschid - Waldschied - Walschit - Walscheit - Walscheid - Walscht - Walschiedt - Walscheidt - Wallschied".

1378
Der Presbyter Johannes von Saarbrücken wird zum Pfarrer der Gemeinde Wahlschied vorgeschlagen.

1576
Wahlschied kommt zur Gemeinde Heusweiler.

1725
Erster Schulbau in Wahlschied, Friedhofstraße, heute wohnt dort der Landwirt Ziegler.

1773
Der Bergbau in Wahlschied hat begonnen. 4 Bergleute arbeiten in einem Stollenbetrieb.

1853
Die Gemeinde besitzt an der Wahlbach unweit des Dorfes eine ausgemauerte Wäschebank, die täglich von den Einwohnern des Dorfes genutzt werden muss, dahin führt jedoch kein Weg. Es muss ein Tausch von Grundstücken vorgenommen werden, damit ein Weg angelegt werden kann.
24. September - der Friedhof im Dorf war bereits überfüllt. Es soll und muss ein neuer angelegt werden. Es dreht sich um das Grundstück Kutzhofer Bann Flur 3.

1877
Der Männergesangverein Liederkranz wird gegründet.

1888
Neubau des Weges von Wahlschied nach Kutzhof.

1889
Anlage einer Brunnenleitung. Die Wasserversorgung des ganzen Ortes ist um so mehr unabweisbares Bedürfnis, als bei einem Brande, bei dem bestehenden Wasserspiegel , nicht wirksam eingegriffen werden kann.

1890
Ausbau des Weges nach Göttelborn.

1896
Der Turnverein Wahlschied wird gegründet.

1901
Die erste Kirche in Wahlschied war dem heiligen Willibrord (gest. 739) geweiht und war aller Wahrscheinlichkeit im romanischen Stil gebaut. 1200 entstand, nach Angaben von Pfarrer Gebhard, eine Kirche in gotischem Stil. Sie wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Da die Mauern stehen geblieben waren, wurde sie nach 1648 wieder aufgebaut. 1560 oder 1564 trat Pfarrer Braun von Wahlschied mit seiner Gemeinde zur Lutherischen Kirche über. Aber schon bald danach wurde, wie aus einem Beschluss vom 21. Januar 1576 hervorgeht, die Pfarrstelle Wahlschied wegen Armut aufgehoben. 220 Jahre lang war sie dann eine Filiale von Heusweiler. 1895 verfügte das Landeskirchenamt die Ablösung von Heusweiler und zum 1. April 1896 erfolgte die Aufteilung in die zwei selbständigen evangelischen Kirchengemeinden Wahlschied und Holz mit Amtssitz in Wahlschied.
Mit der Gründung der Pfarrei Wahlschied Holz begann gleich ein langwieriger Kirchbaustreit. Man hatte sich nach langem Hin und Her darauf geeinigt, dass die alte Kapelle erweitert werden sollte. Die Entzweiung muss aber so tief greifend gewesen sein, dass dieses Unternehmen in Frage gestellt und zuletzt fallengelassen werden musste. Die beiden Gemeinden fanden sich nicht mehr zusammen, so dass beide Gemeinden ein neues Gotteshaus erhielten

1903
04. Januar
Einweihung der jetzigen evangelischen Kirche. Für diese Einweihung hatte die Kaiserin Augusta Victoria eine Altarbibel gestiftet mit eigenhändiger Unterschrift. Sie liegt noch heute auf dem Altar in Wahlschied.

1905
6. Februar
Der Obst- und Gartenbauverein Wahlschied wurde gegründet. Der Vereinsgründer war Herr Lehrer Klein, der auch zugleich der 1. Vorsitzende war.

1920
Gründung des Sportverein Wahlschied. Hier seine erste Mannschaft.

25. November
Neubildung der Pflichtfeuerwehr. Wiederaufnahme eines ordnungsgemäßen Feuerlöschdienstes. 30 Mann, 20 bis 25 Jahre alt, im Notfalle auch 26 bis 27 Jahre. Eine Stammrolle wird aufgestellt durch Friedrich Altpeter und Wilhelm Schilke. Der Stellvertreter des Brandmeisters ist Wilhelm Wilhelm.

1921
Knappschaftsarzt Dr. Schönmeier eröffnet in Wahlschied seine Praxis.

31. Oktober
Uniformierung der Feuerwehr.
3 neue Glocken für die Evangelische Kirche wurden beschafft

1925
25. August
Das Gelände Kalkstollen wird für eine eventuelle Errichtung einer Badeanstalt besichtigt. Der Gemeindebaumeister soll einen Kostenvoranschlag für die Erdbewegung etc. aufstellen. Der Gedanke war sehr gut, leider bis heute im Sande verlaufen.

1927
2. Februar
Die Firma Fischer hat den Omnibusverkehr allmählich aufgebaut und vervollständigt, so dass heute der Linienverkehr nach Saarbrücken mit einem 18-sitzigen Bus aufgenommen werden konnte. Da der Wagenaufbau der damaligen Omnibusse noch stark an Pferdekutschen erinnerte, war die Bevölkerung von den motorgetriebenen Kutschen nicht sehr begeistert. Nach kurzer Zeit aber hatte man sich daran gewöhnt, und der Verkehr erfreute sich regen Zuspruchs, was auch dadurch zum Ausdruck kam, dass zwei neue Busse angeschafft wurden.
Dr. Schönmeier war maßgeblich am Aufbau einer Sanitätskolonne beteiligt, wobei er lange Zeit als Kolonnenarzt tätig war und die Mitglieder in seiner Freizeit unterrichtete.

1929
Ausbau der Grünstraße.

1939
Über die Zeit des "Dritten Reiches" und der Diktatur der NSDAP kann leider nichts berichtet werden, da die Protokollbücher von 1932 - 1952 fehlen!

1944
Dr. Schönmeier begeht Selbstmord.
Eines Tages war der bekannte Wahlschieder Arzt plötzlich spurlos verschwunden. Da man seine Vorliebe für abendliche Spaziergänge in der "Hahnheck" kannte, wurde eine Schulklasse beauftragt, nach ihm im Wald zu suchen. Rosel Schwarz, die als zwölfjährige Schülerin bei der Suchaktion mithalf, berichtet, man habe den Schülern nicht den direkten Sachverhalt verdeutlicht, sondern ihnen den Auftrag gegeben, in dem Waldstück nach einem abgestürzten Flugzeug zu suchen. Allerdings sei die Suche im Tannenwald erfolglos abgebrochen worden, und erst einige Wochen später hätten beerenpflückende Kinder in einem fast unzugänglichen Gestrüpp die Leiche des vermutlich freiwillig aus dem Leben geschiedenen Arztes gefunden. Das Motiv des Selbstmordes blieb jedoch unbekannt.
siehe 1974

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